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Zelos – die neue ATLAS-Anwendung für Zolldokumente

Author Nese Öztunc Geschrieben von Nese Öztunc, am 11. Dezember 2019

[Update 11.12.2019, geschrieben von Sebastian Baumgarten]:

Gerade in Zeiten, in denen Klimaschutz- und CO²-Debatten die Titelseiten der Zeitungen und Zeitschriften überschwemmen, werden auch seitens des Zolls und dessen IT-Dienstleister die IT-Systeme überarbeitet und modernisiert.

„Mit dem Programm ‚Digitale Verwaltung 2020‘ schafft die Bundesregierung die Rahmenbedingungen für die Verwaltung der Zukunft. Diese nutzt die Potenziale der Digitalisierung, ist effektiv, transparent, effizient, barrierefrei, bürger- und unternehmensfreundlich.“1

„Zelos“ wird die neue IT-Anwendung des deutschen Zolls für die elektronische Übermittlung und den Austausch von Unterlagen, Anfragen und Stellungnahmen. Diese Unterlagen werden mit „Zelos“ in der Anwendung angefordert, übermittelt und ausgetauscht und durch eine eindeutige Zuweisung mit den Vorgängen verknüpft. In der AES Ausfuhr müssen Anmelder zurzeit, bei Fehlen von Unterlagen, diese den Behörden postalisch, per E-Mail oder auch persönlich nachliefern. Wann eine Nachlieferung erforderlich ist, wird bisher durch eine Ablehnung einer Anmeldung angezeigt und angefordert. Bei der IT-Anwendung „Zelos“ wird diese Indikation in die Übersicht eingebaut, woraufhin Unterlagen in der Anwendung in verschiedenen Formaten (.PNG, .JPG) versendet werden können.

Nach den jüngsten Berichten der Weltbank zum LGI – Logistic Performance Index – belegt Deutschland seit 2018 zum ersten Mal den ersten Platz in der Effizienz der Abfertigungsprozesse des Zolls. Um diesen Podestplatz weiterhin zu wahren, werden diese Prozesse kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert. Durch die „Zelos“ Anwendung werden die erforderlichen Dokumente und Unterlagen ohne Umwege an die zuständigen Verantwortlichen gesendet und bearbeitet. Dies bewirkt eine verbesserte Bearbeitungseffizienz seitens des Zolls und sichert uns damit weiterhin den ersten Platz. Damit will man, entgegen der aktuellen Wirtschaftsprognosen, für eine immer größere Anzahl an Bearbeitungen gewappnet sein.

Deutschland hat seit einigen Jahren unverändert einen ungefähren Verbrauch von ca. 240 kg Papier pro Kopf. Allein die öffentliche Verwaltung hat einen Verbrauch von ca. 80.000 Tonnen, wobei eine Tonne Papier in der Herstellung dieselbe Menge Energie benötigt, wie zur Herstellung einer Tonne Stahl benötigt wird. Eine immense Menge an Energie wird also für Unterlagen benötigt, welche ebenso auf digitalem Weg übermittelt und archiviert werden könnten. So könnten Hochrechnungen zufolge durch „Zelos“ jährlich etwa 5 Millionen Papierausdrucke eingespart werden.

Den neusten Informationen zufolge wird die Verwendung von „Zelos“ erst 2022 verpflichtend werden.

[1] https://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Zoelle/ATLAS/ATLAS-ZELOS/ZELOS/zelos_node.html

Weitere Quellen:
https://lpi.worldbank.org/international/aggregated-ranking
https://www.umweltbundesamt.de/papier-druckerzeugnisse#textpart-1
https://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Zoelle/ATLAS/ATLAS-Publikationen/Teilnehmerinformationen/teilnehmerinformationen_node.html

 


Prozesse medienbruchfrei gestalten

Die Bundesregierung schafft mit dem Programm „Digitale Verwaltung 2020“ Rahmenbedingungen, um die Potenziale der Digitalisierung effektiv zu nutzen. Dies schafft zukünftig Transparenz, Effizienz, Barrierefreiheit und Freundlichkeit gegenüber Bürgern und Unternehmen in der Verwaltung.

Ziel ist der medienbruchfreie Austausch von Unterlagen, Anfragen und Stellungnahmen im ATLAS-Verfahren zwischen der Zollverwaltung und dem am ATLAS-Verfahren teilnehmenden Unternehmen.

Alle Infos zu ATLAS-Zelos können Sie auf den Webseiten des Zolls nachlesen.

Zelos – ab wann verfügbar?

Mitte März 2019 informierte der Zoll darüber, dass die neue Datengruppe, die die Zelos-Nachrichten umfasst ab AES Release 2.4.4 (Echtbetriebsbeginn September 2019) zur Verfügung stehen wird. Daraufhin fragten wir nach dem genauen Zeitplan und den technischen Spezifikationen.

Gemäß den Informationen der Zollbehörde könne nicht genau gesagt werden, ab wann eine Zertifizierung dieser neuen Nachrichtengruppen möglich ist. Geplant sei, Zelos erst zeitversetzt nach dem Echtbetriebsbeginn zur Verfügung zu stellen. Es sei daher durchaus möglich, dass die Zertifizierung erst ab 2020 angeboten werden kann. Die Implementierung der Zelos-Nachrichten bei den Kunden, die Zelos nutzen wollen, könne dann im Laufe des Jahres 2020 erfolgen. Erst mit dem Wechsel auf das AES-Release 3.0 würden die derzeitigen Planungen die verpflichtende Unterstützung dieser Nachrichten vorsehen.

Zelos steht zollseitig zwar ab September 2019 bereit, kann aber nur nach einer Zertifizierung, die wiederrum im Jahr 2020 möglich ist genutzt werden. Verpflichtend wird es wohl erst Anfang 2021 mit AES 3.0.

Diese Zeit werden wir als Ihr Zollsoftwarehersteller bestens nutzen, um uns für Zelos vorzubereiten und Ihnen einen reibungslosen Übergang zu ermöglichen.

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