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Infrastructure- und Application Performance Monitoring

Author Thomas Müller Geschrieben von Thomas Müller, am 24. September 2018

Dass eine IT-Infrastruktur und dazugehörige geschäftskritische Prozesse einer stetigen Überwachung bedürfen, ist unumstritten. Was sich jedoch so selbstverständlich sagt, erfordert in der praktischen Umsetzung eine möglichst konkrete Planung und dann meist trotzdem einen längeren Anpassungsprozess.

Wie es war…

Die BEX hat im Laufe der Zeit neben einer Standardlösung zur Überwachung gängiger Parameter, wie Serverauslastung oder Speicherauslastung, viele selbst entwickelte Programme eingesetzt, um die Verfügbarkeit der im Rechenzentrum gehosteten Kundensysteme zu gewährleisten.

Natürlich konnte man auch schon mit damalig verfügbaren Standardlösungen prüfen, ob ein Dienst grundsätzlich erreichbar war (Infrastructure Monitoring). Als es aber darum ging, ob die Prozesse hinter einem Dienst auch wie gewünscht funktionieren, bzw. gewünschte Kriterien einhalten (Application Performance Monitoring), stoß die damalige Standardlösung an Ihre Grenzen; bzw. ermöglichte derartige Prüfungen nur durch sehr komplizierte individuelle Anpassungen.

Der Unterschied macht’s!

Aber warum war das wichtig für uns? Ein (relativ) einfaches Beispiel:

So ziemlich jedes Unternehmen hat eine Homepage, welche über einen Webserver (lokal oder bei einem externen Anbieter) bereitgestellt wird. Die Standard Ports im World Wide Web sind 80 für HTTP und 443 für HTTPS. Möchte man regelmäßig prüfen, ob die Firmenpräsenz erreichbar ist, dann wird dies sehr oft über die simple Abfrage der Erreichbarkeit der genannten Ports umgesetzt.

„Wenn der Port erreichbar ist, dann läuft der Webserver und wenn der läuft, dann ist auch die Website erreichbar und der Rest wird auch schon stimmen…“

Wenn man ehrlich ist, dann ist das für den genannten Zweck auch eine vertretbare Lösung, da die heutigen Webserver sehr zuverlässig arbeiten.

Was man mit so einem Verfahren aber nicht kann, ist bspw. die kontinuierliche Messung, wie schnell der Inhalt der Website bei einem Aufruf ausgeliefert wird oder die Erreichbarkeit jeder einzelnen Unterseite Ihrer Website. Sowas ist beispielsweise für das Ranking in Suchmaschinen von nicht unerheblicher Bedeutung.

Die Wahl der Mittel

Da stellte sich recht schnell die Frage, ob man nicht doch lieber eigene kleine Programme entwickelt, welche genau die gewünschten Prüfungen, Messungen oder reproduzierbaren Verhaltensweisen für einen Problemfall durchführen. Und so ist das Arsenal an vielen kleinen Helfern stetig angewachsen. Alle erfüllten Ihre Aufgabe zuverlässig und haben uns oft vor anstehenden Problemen warnen können.

Dann waren wir vor etwa 1 Jahr an einem Punkt, wo die Anzahl und die Interoperabilität der fragmentierten kleinen Helfer eine neue Bewertung dieses Systems bedurfte. Vor allem fehlte uns die Möglichkeit der langfristigen Protokollierung in einem einheitlichen System, so dass man Korrelationen verschiedener Systeme und mögliche Einflüsse aufeinander über einen größeren Zeitraum hinweg beurteilen konnte – und bitte schön grafisch aufbereitet.

Frischer Wind

Wie es der Zufall wollte, musste sich ein Kollege ein Thema für seine Bachelor Arbeit aussuchen und bekam seinen Wunsch zum Thema APM durch. Im Ergebnis wurde das Open Source Tool Zabbix in vielen Punkten positiv bewertet, weshalb wir uns dann auch näher mit dessen Möglichkeiten befasst haben.

Nach einer kurzen Evaluierungsphase in unserem Netzwerk und dem Monitoring/Performancemessungen produktivgleicher Systemkopien war schnell klar, dass es genau das war, was wir wollten.

Ganz ohne erneut eigens entwickelte kleine Helferprogramme ging es dann auch mit dem neuen Tool nicht, obwohl es hier schon sehr viele Möglichkeiten der Datenerfassung gibt. Aber der entscheidende Unterschied war nun, dass wir die Ergebnisse aller Messungen einheitlich in einem System protokollieren und auswerten konnten – das war schließlich eines unserer primären Ziele.

Was bleibt

Nun haben wir Zabbix seit 4 Monaten als primäres Monitoring Tool im Einsatz. Als Erkenntnis können wir mitnehmen, dass spezielle Anforderungen fast immer spezielle Lösungen erfordern, aber man diese auch gut in moderne Standardlösungen integrieren kann.

 

Fragen? Unklarheiten? – Kein Problem!
Das BEX Support-Team steht Ihnen von Montag bis Freitag von jeweils 08:00 Uhr bis 18:00 Uhr zur Verfügung.