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BREXIT & GENESYS – was gilt es für Unternehmen zu beachten?

Author Achim Ritz Geschrieben von Achim Ritz, am 27. September 2018

BREXIT – Präferenzkalkulation, Warenverkehr – was gilt es für Unternehmen zu beachten?

Bei einem Referendum des Vereinigten Königreichs am 23. Juni 2016 stimmten 51,89 % der Wähler für den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union. Die britische Premierministerin Theresa May leitete den Austrittsprozess gemäß Artikel 50 des Vertrags über die Europäische Union am 29. März 2017 durch schriftliche Mitteilung an den Europäischen Rat rechtlich wirksam in die Wege. Damit ist nach der vertraglich vorgesehenen zweijährigen Verhandlungsperiode mit dem Austritt für März 2019 zu rechnen. Während einer Übergangsphase bis 2021 soll Großbritannien alle EU-Regeln einhalten und weiter Beiträge zahlen, aber in EU-Gremien keine Mitsprache mehr haben.

Leider ist noch unsicher, ob es am 30. März 2019 tatsächlich zum Brexit kommt oder welche Regelungen ganz konkret gelten werden. Darüber hinaus stellen nachträgliche Veröffentlichungen von Übergangsregelungen ebenfalls eine unkalkulierbare Situation dar.

Austrittsverfahren

Quo Vadis, Brexit?

Viele Unternehmen ergreifen deshalb bereits jetzt weitreichende Maßnahmen, um möglichen Auswirkungen des Brexit zu entgehen. Während der internationale Finanzsektor Frankfurt an Stelle von London als neuen Standort in Betracht zieht, hat der japanische Elektronikkonzern Panasonic bekannt gegeben die Konzernzentrale bereits im Oktober nach Amsterdam zu verlegen.

Unterdessen scheint dieser Tage es letzten Endes niemand konkret sagen zu können, wohin es mit dem Brexit selbst geht.

Seitdem am Parteitag der Labour-Partei die Mehrheit für die Option eines zweiten Referendums stimmten, scheint es damit sogar wieder die Möglichkeit zu geben, dass das Vereinigte Königreich in der EU verbleibt.

Aber was, wenn nicht? Was, wenn es sogar zu einem harten Brexit kommt? Auf welche Szenarien müssen sich Unternehmen einstellen?

Brexit Beziehungen

Auswirkungen auf die Präferenzkalkulation

Mit Blick auf den bevorstehenden Brexit gilt es, die möglichen Auswirkungen und Konsequenzen abschätzen zu können. Aus Präferenzsicht können die in GENESYS vorhandenen Daten einen wesentlichen Beitrag liefern. Folgende Szenarien sind für Sie möglich und erwägenswert:

  1. Ich kaufe aus Großbritannien ein.
    In diesem Fall möchten Sie wissen, ob Sie bisher auch Nachweise aus GB bekommen haben.
  1. Ich verkaufe nach Großbritannien.
    In diesem Fall möchten Sie wissen, für welche Materialien bisher LLEs für Kunden ausgestellt wurden.
  1. Ich produziere in Großbritannien.
    Hieraus ergeben sich die Fragen, ob Stücklisten mit Produktionsland „GB“ im System vorhanden sind, oder ob der Standort als Lieferant behandelt wird.
  1. Lieferanten aus der EU (außer GB) liefern Waren mit britischen Ursprung.
    Das ist der größte Unsicherheitsfaktor überhaupt, denn das lässt sich aus dem Stehgreif nicht abschätzen oder ermitteln.

Kostenfreies ServicePack für GENESYS

Um unseren Kunden die Möglichkeit zu geben, untersuchen zu können, ob sich in Bezug auf die Warenursprungs- und Präferenzkalkulation „kritische Daten“ in ihrer WuP-Software GENESYS befinden, bietet die BEX Components AG im Rahmen des kostenfreien Herbst-ServicePacks Auswertungen an, die die oben aufgeführten Fragestellungen behandeln. Die Handlungsoptionen daraus sind je nach tatsächlich eintretender Brexit-Variante unterschiedlich.

Auswirkungen auf den Warenverkehr

Das Vereinigte Königreich ist für Deutschland der fünft wichtigste Handelspartner (Handelsvolumen 2017: 121,4 Milliarden Euro). Gerade Unternehmen, die Handel mit dem Vereinigten Königreich betreiben, mussten sich aufgrund des Status des Landes als EU-Mitgliedstaat bisher nicht mit den Bestimmungen des Zollrechts auseinandersetzen. Der Zoll weist darauf hin, dass sich Wirtschaftsbeteiligte bei den Zollbehörden registrieren lassen sowie eine EORI-Nummer beantragen müssen.

Brexit Wirtschaftsbeziehungen

Weil der Informationsaustausch zwischen Wirtschaftsbeteiligten und Zollbehörden elektronisch erfolgt, weist der Zoll drauf hin, dass die Nutzung des hierfür bestehenden IT-Systems ATLAS einer Anmeldung und einer zertifizierten Software bedarf.

Ab Austritt gelten Zollförmlichkeiten

Bis zum Austrittsdatum gilt das Vereinigte Königreich als Mitgliedsstaat der EU, so dass Zollförmlichkeiten entfallen. Ab Austritt des Vereinigten Königreichs Zoll geht der Zoll jedoch davon aus, dass unabhängig vom Ausgang der Verhandlungen um den Brexit Zollförmlichkeiten zu beachten sein werden und alle Warenlieferungen aus oder in die EU abgefertigt werden müssen.

Übersicht weiterer wichtiger Informationen:

Eine umfassende Checkliste, welche Faktoren zu prüfen sind, bietet die IHK online:
https://www.ihk.de/brexitcheck

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag informiert ausführlich und detailliert zu den betroffenen Themen:
https://www.dihk.de/themenfelder/international/europaeische-union/brexit/newsletter

Informationsseite des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie:
https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Artikel/Europa/nach-dem-brexit-referendum-wichtige-informationen-im-ueberblick.html

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